Das Mittelalter | Die Folter im Mittelalter | Seit dem 12. Jh. entwickelte sich das Gerichtsverfahren zum Inquisitionsprozeß
Das Mittelalter

Die Folter im Mittelalter

Seit dem 12. Jh. entwickelte sich das Gerichtsverfahren zum Inquisitionsprozeß (Gerichtsbarkeit), in dem das Gericht den der Klage zugrundeliegenden Sachverhalt erforschen musste. Formale Beweismittel, wie der Eid, traten dabei in den Hintergrund und der Zeugenbeweis wurde wichtig.

Das wichtigste Beweismittel war nun das Geständnis des Angeklagten. Jedes Mittel war recht, dieses herbeizuführen. Androhung und Anwendung körperlicher Zwangsmaßnahmen, die Folter (Tortur), waren seit dem 13. Jh. (erstmals nachgewiesen 1221/30 in österreichischen Stadtrechtsquellen) bei der gerichtlichen Beweiserhebung gang und gäbe.Der Angeklagte war der Willkür des Gerichts und der Folterknechte ausgeliefert. Die Auswüchse dieser barbarischen Verfahrensweise vor weltlichen wie geistlichen Gerichten nahmen im 15. Jh. zu, als neben den Verfahren gegen Ketzer auch Prozesse wegen Hexerei und Schadenzauber häufiger geführt wurden.

Den Höhepunkt dieser Praktiken brachten die Hexenverfolgungen im späten 16. Jahrhundert.