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Die
Herolde und Boten walten ihres Amtes und verkünden
lauthals Novitates: „Im Kloster Hirsau will auch
heuer wieder Markt gehalten sein!“
Unter Gnaden seiner Durchlauchtheit, dem Obersten des Magistrates,
schlägt auch in diesem Jahr eine prächtige Schar
von Handwerkern und Händlern ihr Lager uff und bietet
mannigfaltige Waren für jede Occasio wohlfeil zum Handel.
Ob Schloss und Riegel vom Schmied für Eure Kemenate, hülzernes
Gespiel für die lieben Kindelein oder gar feiner Zierrat
und Geschmeide für das holde Wibsvolk unter Euch, für
all das und noch viel mehr will gesorget sein!
Auch Kehle und Magen sollen nit darben, und so haben sich allerlei
Wirte, Köche, Bräter und Bäcker eingefunden
um Euch, die Ihr hungert und dürstet, die Spucke im Maule
zusammenlaufen zu lassen!
Doch an Kurtzweyl will es ebenso nit fehlen! Feinste Musica
durchdringt die Lüfte wenn die Spielleut Faranspil ihre
Kunst vollführen. Die Gaukler Basseltan werfen aufs Trefflichste
mit Dingen und Worten um sich, Oleander der Minnesänger
umschmeichelt die Herzen der liebreizenden Weiber und Jacob
der Puppenspieler weiß Jung und Alt mit seinen aberwitzigen
Legenden zu verzaubern und beim Ritterturney für die Kindlin
mag es wohl sein, dass der eine oder andere eurer Sprößlinge
nach dem Kampfe zum Ritter geschlagen wird.
Sogar die Freie Ritterschaft Baden hat ihr Heerlager im Kloster
uffgeschlagen um Sorge für die Sicherheit zu tragen. Dort
weiß sie mit ihrer Kampfeskraft Recken und Weiber gleichermaßen
zu begeistern und in ihren Bann zu ziehen, wenn die Ritter
in ihrem Schweiße die Schwerter kreuzen. Doch kaum ist
das Klirren der Waffen verklungen, schon wird ein lustig Liedlein
angestimmt und das Tanzbein geschwungen!
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