Das mächtige Rund der Sparrenburg wird wiederum gesäumt von all den euch wohlbekannten der Kumpanei Kramer Zunft und Kurtzweyl, Euch drei Festtage zu bereiten. Handwerksmeister und Meisterinnen, Krämer und Handelsherren und die Garköche und Tavernenwirte, die für Euer leiblich Wohl Sorge tragen.
Die Spielleute von Heidenlärm werden nicht nur für denselben sorgen, sondern wilde wohlbekannte und auch eigne Weisen erfüllen den Plan, und wenn sie zur Abendstunde zum Konzerte rufen vermag keiner still zu stehen. Denn wenn dumpf die Trommel dröhnt, schlagen der Weiber Herzen mit im Takt, da ist’s als kehrte sich das Unterste zu Oberst. und die obrigkeitliche Ordo ist schnell vergessen. Umso lieber sieht da die Obrigkeit die Spielmänner von Varius Coloribus, sie verstehen sich auf sanftere Weisen und wenn es gilt höfisch, höflich zu tanzen da lassen sie die Instrumente klingen. Dies ist auch angezeigt, sind doch allerhöchste Herren auf dem Plan.
Jene aber sollen Euch lehren was wahre Herrlichkeit bedeutet. Prächtiges Turnier sei gehalten, zweimal am Tag. Wo man in Geschicklichkeit sich übt und selbst den Kampf Mann gegen Mann nicht scheut, wird “ars belli“ die Kriegskunst offenbar. Doch die Obrigkeit will nicht hintenan stehen und lässt es sich angelegentlich sein, die Kindlein höchst selbst in den Ritterlichen Tugenden zu unterweisen. Umso schwerer will dies fallen, wo der tölpelhafte Büttel mit im Spiel ist. Auch wahrhaft ritterlich ja königlich Waidwerk sollt Ihr sehen, dort wo der Falkner sich niedergelassen. Majestätisch ziehen jene Jagdgenossen ihre Kreise über Euren Häuptern und scheinen wahrhaft vogelfrei, doch auf einen Wink kehren sie zurück wie ein treuer Hund. Dies bleibt Euch und Euren Kindelein unvergessen, denn unvergesslich sollen sie sein die Festtage auf dem mittelalterlichen Markt.

Die sullen Euch kurtzweylen
Die Bergischen Lehnsherren
Die hohe Zeit der Ritterlichkeit ersteht hier vor Euren Augen neu.
Prächtig angetan sind sie mit Rüstung und Waffenrock,
die Helmzier zeigt von weitem schon des Kämpen Wappentier.
Mag solch Turnier auch Spiel und Kräftemessen sein, es ist
doch das edelste der Spiele und Ihr dürft Zaungast sein.
Der Falkner
Auch ihn könnt Ihr hier finden, der das edelste Waidwerk zu
voll bringen weiß, den Herren Falkner. Nicht nur Falken unterschiedlichster
Art, selbst die Könige der Lüfte macht er sich untertan.
So ziehen sie majestätisch ihre Kreise über dem Burgfried,
aber gezähmt kehren sie stets auf den Arm zurück.
Heidenlärm
Wilde Gesellen und doch haben sich Frau Musica verschrieben Da wird
ungestüme Manneskraft zu ebensolcher Melodie. Wenn Trommeln
dröhnen und Sackpfeifen schrillen da fliegen ihnen der Weiber
Herzen zu und das Tanzbein mag nimmer stille stehe
Varibus Coloribus
Wenn jene vier sich das Podium zum eigenen machen, ergreift der Frohsinn
alsbald das Zepter. Dudelsack, Drehleier und manch Schlagwerk,
bahnen sich den Weg zu Euren Herzen, sodass Ihr gar nicht anders
könnt als mit euren Händen den Takt der Kurzweil mit
zu klappern.
Tumalon
Was wär ein Markttag ohne Ihn, den Tausendkünstler. Alvanzen
und Allotria fürs gemeine Volk und doch ist er auch der Obrigkeit
dienlich mit mannigfach Signal und allerlei Verlautbarung.
Fernando und Serafina
Was Euch wie Kinderspiel erscheint, wenn jedwedes Ding in ihren Händen
scheinbar schwerelos zu werden scheint ist doch Ergebnis vieler Mühen
und all die Meisterschaft wird noch von des Weibes Liebreiz übertroffen.
Lupus der Gaukler
Nie zuvor ward er hier gesehen und ob seiner Geschicklichkeit bleibt
Euch das Maul vor Staunen offen stehen.
Fadenreych
Wie zu alter Väter Zeit führt er die Puppen. Nicht nur
der Kindlein Augen füllen sich mit Lachtränen, wenn seine
hölzernen Helden unglaublich Abenteuer überstehen. Held
und Untier, Holde und Gemeine, all die könnt Ihr s
Der Büttel
Handlanger der Obrigkeit, doch durchaus mit eignem Sinn. So zieht
er nimmer müde seine Bahnen über den Plan. Hoch ragt
seine Hellebarde allüberall zu sehen so ist er eher Hüter
der kleinen Lässlichkeiten, als grauser Vollstrecker der Willkür
seines Herren.
Der Henker
Nicht umsonst der grause Rüdiger genannt errichtet er das Blutgerüst.
Nimmer wird er müde jedwedem seine Instrumentarien zu erklären,
doch fürchten muss ihn nur der der Schuld auf sich geladen.
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