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Die
Kunst der “Truckerey“
Lange ruhten die kostbaren Schätze schriftlicher Weisheit der
Welt unbekannt in dem Grabe der Unwissenheit.
Seit aber die Kunst der Druckerei zu Mainz erfunden wurd, fließet
der lang verschlossene Brunn unaussprechlicher Weisheit menschlicher
und auch göttlicher Kunst hinaus in alle Welt. Nicht lange
mehr kann es dauern, bis auch zu Marburg man männiglich im
Stande ist, in den Büchern zu lesen, welche neuerdings landauf,
landab durch die Meister der schwarzen Kunst wohlfeil erstellet
werden.
Ein solcher Meister hat seine Werkstatt
auf dem Markte errichtet mitsamt auch dem Papierer, dem Buchbinder
und der wackeren Schreiberin. Die neue Kunst schafft Arbeit mannigfach
für alle, die einen flinken Geist und behende Finger ihr Eigen
nennen. Sie werden fürstellig bei den Meistern und auf ihre
Eignung für die edle Zunft getreulich überprüfet...
Die Lehrlinge aber werden zum Ende ihrer Lehrzeit mit dem altehr-würdigen
Brauch des Gautschens von allen Missetaten freigewaschen, die sie
verübet haben. Viel Wasser wird da fließen müssen,
fürwahr.
Die Augen werden Euch übergehen
bei der Schönheit und der Vielfalt all der Waren, der Wanst
schier bersten bei dem Angebot an Speisen, der Schlund nie trocken
werden.
Das Zwerchfell wird erbeben angesichts konfuser Narreteien, das
Gemüte wallen bei den schönen Melodeien, ganz zu schweigen
von den Beinen, die im Tanz sich rühren. Den Kindlein wird
Turnier und Ritterkunst geboten, auch neue Abenteuer mit dem Drachen
Floritzel im Puppenspiele.
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Zu Eurem Nutz und Frommen sind versammelt
an der Stätten ... |
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Der
Jünger Gutenbergs –
will Euch unterweisen in der wunderbarlich neuen Wunderkunst des
Drucks mit beweglichen Lettern, desgleichen werdet Ihr sehen, wie
es um die Schreibkunst ist bestellet, Papier geschöpfet und
der Foliant gebunden wird.
Der Ablassprediger wird sich die neue
Kunst zu nutze machen.
Frisch aus der Press gekommen, mög Euch der Ablassbrief die
Seele in den Himmel springen, die Taler aber in der Kirchenkassen
klingen lassen.
Die Spielleut von Satolstelamanderfanz
und Kurtzweyl
Damit nicht länger Schwermut ob der Last des Lebens oder ob
des leeren Geldsacks Euch bedrücke, haben sie Euch die Melodeien
aus aller Herren Länder mitgebracht, Ohrschmeichler sind sie,
Augenweide noch dazu, Tanzspezialisten und ganz gewiss eine Labsal
für die Seele.
Die Gaukler Rasputin und Habakuk –
Confusi heißen sie zu Recht, denn wirr ist, was sie treiben
mit Keulen, Bällen, Fackeln und mit lautem Schalle. Da rieb
so mancher sich schon ganz verwundert seine Augen und vermeinet,
jetzt sei die gottgewollte Ordo der Physik gänzlich zerrichtet.
Ludmillus der Barde –
gar minnigliche Weisen weiß er zu spielen und zu singen, auch
manches schelmische Lied wider Moral und Anstand. Doch wenn Ihr
ihm die Kindlein anvertrauet, werdet Ihr Augen machen: So sanft
und freundlich und so voller Weisheit weiß er sie zu führen,
dass sie Euch den Lämmlein gleich erscheinen werden.
Puppentheatro Pulcinella –
eine treffliche Prinzipalin ist sie für all die hölzernen
Figuren, die Kobolde, Drachen, Fabelwesen.
Turney der Kindlein –
früh übet sich, was dereinst soll ein Meister werden.
Im ritterlichen Spiel und höfischem Gebaren messen sich unter
der Obhut des Herolds und des mildgestimmten Henkers die Knaben
wie die Mägdelein.
Beim Mittelalter zum Anfassen –
Führung für Kinder - sind spannende Geschichten zum Leben
der Handwerksleut garantiert. In diesem Jahr gilt es herauszufinden
und selber sich zu üben in alle den Fertigkeiten, die vonnöten
sind, bis dass ein Buch in voller Pracht entstanden ist.
Der Ritter Lagerschaft –
den Marktfrieden zu sichern wird die Ritterschaft vom Uhlenhorst
zu Betziechendorp ein Lager an der Stätten richten, woselbst
ein jeder sich von der Schlagkraft der Waffenknechte überzeugen
und mancherlei Kunstfertigkeit bewundern kann.
Auch die Freye Ritterschaft von Mellnau gibt sich
ein mit ritterlich Gebaren und höfischem Zeitvertreib, desgleichen
lagern auf dem Platze Smidia Godvil und Christian der Pechsieder.
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Das sullt Ihr sehen, am 22. des August:
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Uff
der Bühnen:
11.00 Das Signum
11.30 Höfisches von Kurtzweyl
12.00 Feierliche Markteröffnung
mit
den Stadtoberen
13.00 Satolstelamanderfanz
13.45 Duo Confusi
14.30 Turney der Kindelein
15.15 Duo Confusi
16.00 Tanz der Marktleut
17.30 Satolstelamanderfanz
18.15 Duo Confusi
19.00 Kurtzweyl
19.30 Der Schwarze Tod geht um
20.15 Lärm an der Tavern
21.00 Nachtwächterruf
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An
der Druckerlinde:
12.30 Ludmillus der Barde
13.30 Wie ein Buch entsteht - Kinderführung
14.30 Kurtzweyl
15.30 Wie ein Buch entsteht - Kinderführung
16.30 Probatio der Lehrlinge -
Tauf
der Gesellen
17.30 Kurtzweyl
18.30 Ludmillus
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Puppentheatro
Pulcinella
12.30/
14.00/ 17.00
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| Wie
ein Buch entsteht –
Sonderführung für Kinder (6-12 J.)
13.30 und 15.30 Uhr
Treffpunkt: Kassenhaus am Markteingang
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Das sullt Ihr sehen, am Tag des Herrn,
dem 23. des August:
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Uff
der Bühnen:
11.00 Das Signum
11.30 Satolstelamanderfanz
12.00 Markteröffnung
12.45 Duo Confusi
13.30 Kurtzweyl
14.15 Turney der Kindelein
15.00 Duo Confusi
15.45 Tanz der Marktleut
16.30 Satolstelamanderfanz
17.15 Duo Confusi
18.00 Weinseliges Spectaculum
19.00 Nachtwächterruf
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| An
der Druckerlinde:
12.30 Kurtzweyl
13.30 Wie ein Buch entsteht - Kinderführung
14.30 Satolstelamanderfanz
15.30 Wie ein Buch entsteht - Kinderführung
16.30 Probatio der Lehrlinge - Tauf der Gesellen
17.30 Kurtzweyl
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| Puppentheatro
Pulcinella
13.15/ 16.30/ 18.00 |
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Wie
ein Buch entsteht –
Sonderführung für Kinder (6-12 J.)
13.30 und 15.30 Uhr
Treffpunkt: Kassenhaus am Markteingang
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