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Im
Jahre 1258 haben einst die Grafen von Dillingen all ihren Söflinger
Besitz den Nonnen der Klarissen überschrieben. Um dies Fest
jubilierend angemessen zu feiern, ist ausgerufen Markt zu halten
über zween der Tage.
So haben Händler, Handwerksmeister und allerlei Hökerer
ihre Stände auf dem Klosterhofe aufgebaut und bieten dem staundenden
Volke trefflich gefertigte Waren zum Kaufe an. Garbräter und
Tavernenwirte, der Weynschenk, Fladenbrotbäcker und der Moccakoch
buhlen um die Gunst des Volkes, welches sich ob der vielen Versuchungen
und der leckeren Gerüche, die über dem Platz liegen, nicht
zu entscheiden vermögen, welche der vielen Spezeryen doch die
Beste sey.
Von der Bühnenmitten rufen die
Gaukler, deren Späße mal grob und dann wieder fein dargeboten,
das Zwechfell wohl hüpfen lassen, und bei manch einem bleibt
auch vor lauter Freud das Aug nit trocken. Sackpfeifen und Trummeln
erschallen laut und kräftig, und schon wenig später umschmeichelt
lieblicher Gesang eure Ohren, wenn jene Musici uffspielen, die weit
übers Land bekannt. Den Kindlein glänzen die Äuglein,
wenn der Puppenspieler Jacob seinen Puppen Leben einhaucht oder
Maria jene bei Kinderritterturnier in den Stand der Ritter erhebt.
Doch auch zu diesen Jubeltagen soll
ein weiteres Fest gefeiert sein, denn Jacob hat Maria
um ihre Hand angehalten und so soll Hochzeit gehalten sein.
Zur Sicherheit der Stadt hat
sich eine Ritterschar auf Anordnung des Magistrats eingefunden und
ihr Lager uffgeschlagen, um Recht und Ordnung zu sichern und gegebenenfalls
durchzusetzen.
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Die sullen euch kurtzweylen:
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Triskilian
Drei Spielleut, wie sie im Buche stehen, lassen euch die Ohren dröhnen und die Augen übergehen. Nit nur mit Sackpfeifen und Trummeln sondern auch mit feinstem Gesang elfengleich verstehen sie es, das Volk zu begeistern und mitzureißen.
Die Radugas
Ein Ruf hallt durch die Gassen: „ Gaukler sind in der Stadt!“ Doch wahre Tausendkünstler sind´s, die vor euer Antlitz treten. Staunenswert, wie er jedwede Gerätschaft durch die Lüfte gleiten lässt, als hätten sie keinerlei Gewicht und könnten fliegen, wie von Zauberhand. Neigt sich aber der Tag dem Ende und die Dunkelheit vertreibt des Tages Licht, so hat jener auch das Feuer in seiner Macht, als wäre er des Belzebub´s Spießgesell.
Puppentheater Fadenreych
Auf ein Fanfarensignum hin wird es still auf dem Platz. Keine Kinderstimmen sind mehr zu hören, wenn Jakob zum Puppenspiel ruft. Gebannt verfolgen all die Zuschauer das Geschehen und manch einen hält es nit auf den Bänken, möcht er doch Parzival, den Helden, beim Kampfe gegen Ungeheuer mit Rat und Tat zur Seite stehen.
Die Nachtigall vom Neckartal, der Minnesänger
Gar weit gereist weiss er Minnigliches und auch die Actualitas geschickt in Reime zukleiden. Den Winter über verweilt er gern im Süden, von dort bringt er im folgenden Sommer neue Gesänge mit, die hierzulande gänzlich ungehört sind. In mannigfachen Sprachen singt und spielt er sich in die Herzen der Jungfern und Recken.
Die Löwenritter
Der Magistrat der Stadt hat jene unter Sold genommen, damit jedwedes Aufkommen von bös Händel im Keime will erstickt sein. Immer wieder zeigen die wackeren Mannsbilder, wie mit dem Schwerte umzugehen sey und was denen wohl blühen mag, die trunken vom süßlichen Met nit nur mit dem Maule streiten, sondern die Fäuste fliegen lassen.
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Das sullt Ihr am Samstage sehen,
den 27. des Septembris:
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11.00 Das Signum
11.30 Die feierliche Markteröffnung
12.00 Triskilian
12.30 Fadenreych an der Puppenbühne
13.00 Radugas, die Gaukler
13.45 Kinderritterturnier
14.15 Triskilian
14.45 Ritterkampf
14.30 Die Nachtigall vom Neckartal
15.15 Puppentheater Fadenreych
15.30 Die Radugas
16.00 Tanz der Marktleut
16.45 Nachtigall vom Neckartal
17.00 Kinderritterturnier
17.30 Die Radugas
18.00 Triskilian
18.30 Drachenumzug
18.45 Waffengang der Ritter
19.30 Fest der Vornacht
21.00 Der Ruf der Nachtwächter
auf dem Platz
Die Nachtigall vom Neckartal
Kilian mit seiner Harfe
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Dies sullt Ihr am Tage des Herrn sehen,
den 28. des Septembris:
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11.00 Das Signum
11.15 Böses Erwachen
11.45 Radugas, die Gaukler
12.15 Triskilian
12.30 Fadenreych an der Puppenbühne
13.00 Der Ritterkampf
13.30 Kinderritterturnier
14.00 Die Nachtigall vom Neckartal
15.00 Puppentheater Fadenreych
15.00 Triskilian
15.30 Der Bräutigam im Pranger
16.00 Waffengang der Ritter
16.30 Kinderritterturnier
17.30 Hochzeit
18.30 Tavernenspiel
19.00 Ein Fanfarensignal beendet den Tag
auf dem Platz
Kilian mit seiner Harfe
Die Nachtigall vom Neckartal
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