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Itzt da die Tage immer kürzer, die Nächte immer länger werden, die Ernte eingebracht und auch das ein oder andre auf dem Markte unters Volk gebracht will sein, so hat der Stadtvogt zu Calw an diesem ersten Tagen des Septembris aufgerufen im Kloster zu Hirsau über zween der Tage Markt zu halten.
Angelockt durch diese frohe Kunde haben sich Krämer, Hökerer, fahrende Handwerker und Tavernenwirte hier eingefunden, um ihre Waren anzupreisen und jenem Spektakulum beizuwohnen. Wohlgerüche ziehen über den Platz und umschmeicheln die Nasen des Volkes und lassen das Wasser im Munde zusammenlaufen.
Der König der Spielleut hat allerlei Vaganten aus allen Himmelsrichtungen herbeigerufen.
Von der Bühnenmitten rufen die Gaukler, deren Späße mal grob und dann wieder fein dargeboten, das Zwechfell wohl hüpfen lassen, und bei manch einem bleibt auch vor lauter Freud das Aug nit trocken. Sackpfeifen und Trummeln erschallen laut und kräftig, und schon wenig später umschmeichelt leiblicher Gesang eure Ohren, wenn jene Musici uffspielen, die weit übers Land bekannt.
Zur Sicherheit der Stadt hat sich eine Ritterschar auf Anordnung des Magistrats eingefunden und ihr Lager uffgeschlagen, um Recht und Ordnung zu sichern und gegebenenfalls durchzusetzen.
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Die sullen euch kurtzweylen: |
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Satolstelamanderfanz
Vier Nomaden unterwegs im Auftrage von Frau Musica darselbst laden ein zu einer besinnlich-wilden
musikalischen Fahrt kreuz und quer über die Erdenscheiben. Blutjunggebliebene Musikanten traktieren steinalte Instrumente, um euch das Lachen, Weinen, Grübeln, Fürchten und Tanzen zu lehren.
M´arc en ciel, der Gaukler
Eine Mischung aus Gaukelei, Zauberei und Jonglage wird euch hier vor Augen geführt, wie ihr sie noch nit gesehen habt. Jedwede Gegenstände scheinen der Schwerkraft zu trotzen und auch das Feuer weiß er zu bändigen, wie kein anderer.
Puppentheater Fadenreych
Auf ein Fanfarensignum hin wird es still auf dem Platz. Keine Kinderstimmen sind mehr zu hören, wenn Jakob zum Puppenspiel ruft. Gebannt verfolgen all die Zuschauer das Geschehen und manch einen hält es nit auf den Bänken, möcht er doch Parzival, den Helden, beim Kampfe gegen Ungeheuer mit Rat und Tat zur Seite stehen.
Die Nachtigall vom Neckartal, der Minnesänger
Gar weit gereist weiss er Minnigliches und auch die Actualitas geschickt in Reime zukleiden. Den Winter über verweilt er gern im Süden, von dort bringt er im folgenden Sommer neue Gesänge mit, die hierzulande gänzlich ungehört sind. In mannigfachen Sprachen singt und spielt er sich in die Herzen der Jungfern und Recken.
Die Freie Ritterschaft Baden
Jene Rittersleut haben ihr Lager auf Geheiß des Magistrats auf den Wiesen am Bache uffgeschlagen, und wissen mit ihrer Kampfeskraft das ein oder ander Weib zu begeistern und in ihren Bann zu ziehen, wenn sie in ihrem Schweiße die Schwerter kreuzen. Damit jedwedes Aufkommen von bös Händel im Keime will erstickt sein, zeigen die wackeren Mannsbilder, wie mit dem Schwerte umzugehen sey und was denen wohl blühen mag, die trunken vom süßlichen Met nit nur mit dem Maule streiten, sondern die Fäuste fliegen lassen.
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Das sullt Ihr am Samstage sehen,
den 06. des Septembris:
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11.00 Das Signum
11.30 Die feierliche Markteröffnung
12.00 Satolstelamanderfnz
12.45 Fadenreych an der Puppenbühne
13.30 Marc en ciel, der Gaukler
14.00 1. Waffengang der Ritter
14.30 Die Nachtigall vom Neckartal
15.00 Puppentheater Fadenreych
15.30 Marc en ciel
16.15 Tanz der Marktleut
16.45 Nachtigall vom Neckartal
17.15 Marc en ciel
18.00 Satolstelamanderfanz
18.45 2. Waffengang der Ritter
19.30 Tavernenspektakel der Spielleut
20.45 Die Pest in der Stadt
21.00 Der Ruf der Nachtwächter
auf dem Platz
Die Nachtigall vom Neckartal
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Dies sullt Ihr sehen am Tage des Herrn, den 7. des Septembris:
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11.00 Das Signum
11.15 Die feierliche Markteröffnung
12.00 Satolstelamanderfanz
12.30 Fadenreych an der Puppenbühne
13.00 Marc en ciel, der Gaukler
13.30 1. Waffengang der Ritter
14.00 Die Nachtigall vom Neckartal
14.30 Puppentheater Fadenreych
15.00 Satolstelamanderfanz
15.30 Marc en ciel, der Gaukler
16.15 Tanz der Marktleut
17.00 2. Waffengang der Ritter
17.30 Nachtigall vom Neckartal
18.00 Tavernenspiel
19.00 Endsignum
auf dem Platz
Die Nachtigall vom Neckartal
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