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Der Magistrat zu Lennep hat verkünden lassen, auf dem Hardtbergplatz soll Markt gehalten seyn.
So haben der Handwerksbursch, der Meister gar selbst, viel Hökerer von nah und fern den Ochsen angespannt, die Karren
mit trefflichster Ware beladen, so dass manch einer von der Last schwer zu tragen, unter dieser zusammenzubrechen
drohte, und doch hat ein jeder das Ziel erreicht, um nun unter fröhlichem Gelächter seine Waren feilzubieten.
Garbräter und Tavernenwirte, der Weynschenk, Fladenbrotbäcker und der Moccakoch buhlen um die Gunst des
Volkes, welches sich ob der vielen Versuchungen und der leckeren Gerüche, die über dem Platz liegen, nicht zu
entscheiden vermögen, welche der vielen Spezeryen doch die Beste sey.
Von der Bühnenmitten rufen die Gaukler, deren Späße mal grob und dann wieder fein dargeboten, das Zwechfell
wohl hüpfen lässt, und bei manch einem bleibt auch vor lauter Freud das Aug nit trocken. Sackpfeifen und Trummeln
erschallen laut und kräftig, und schon wenig später umschmeichelt weiblicher Gesang eure Ohren, wenn jene Musici
uffspielen, die weit übers Land bekannt.
Zahlreich wohl die Kinderschar mit ihren Ammen, welche sich beim Kinderritterturnier messen, dem Theater mit
glänzenden Augen zuschaun und unter der Last eines Kettenhemdes stolz ihren Vätern zulächeln.
Wettstreit der Spielleut: Doch auch eine alte Familienfehde soll nun an diesen Tagen begraben werden. Jacob und sein Bruder liegen sich seit Jahren in den Haaren, der Streitpunkt ist das Familienerbe und die Krone des Spielmannskönigs. Auf das der stärkere
oder auch der Klügere mag gewinnen, wenn es zum Zweikampf zwischen den beeden kummet.
Ein Zug dunkler Gestalten zieht durch die Gassen, Weihrauchschwaden erfüllen die Lüfte, ein trauriger Gesang ergreift die Herzen.
Die Pest, der schwarze Tod, hat Einzug in Lennep gehalten. Die Toten werden auf den Pestkarren gelegt und unter dem Wehklagen
der Angehörigen aus der Stadt geschafft.
Die sullen euch kurtzweylen:
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Ludmillus, der Barde
Ein Minnesänger ohnegleichen, weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Recken haltet eure Weiber fest und deren Ohren zu, wenn seine Weisen erklingen, denn schon manch einer ist bei seinem Spiel das Herz wohl aufgegangen, und sie konnt ihn nimmer mehr vergessen.
Spectaculatius
Vier Spielleut, wie sie im Buche stehen, lassen Eure Ohren dröhnen und die Augen übergehen. Nit nur mit Sackpfeifen und Trummeln, auch mit derben Gesang verstehen sie es, das Volk zu begeistern und mitzureißen.
Basseltan
Ein Ruf hallt durch die Gassen: „die Gaukler sind in der Stadt!“ Doch wahre Tausendkünste sind`s, die Euch vor Augen treten.
Staunenswert wie sie jedwede Gerätschaft durch die Lüfte gleiten lassen, als hätten sie kein Gewicht. Aber auch das Feuer haben
sie in ihrer Macht, als wären sie Belzebub`s Spießgesellen.
Puppentheater Fadenreych
Die Puppen weiß er so trefflich zu führen, als hätte er den hülzernen Wesen Leben eingehaucht. Wenn er, zum Exempel, die Mär vom kleinen, wilden Tier zum Besten gibt, kann sich niemand, ob groß, ob klein seinem Zauber entziehen.
Kinderritterturnier
Beim Ritterturnier messen sich die Kindlein in einem Wettkampf. Es geht um Geschick, Schnelligkeit und Ausdauer. Wenn sie,
gut gerüstet, von ihrem Gefolge lauthals angespornt ihre Aufgaben gelöst haben, winkt ihnen die Aufnahme in den Ritterstand.
Die wahre Bergische Ritterschaft
Jene Rittersleut haben ihr Lager auf Geheiß des Stadtvogtes auf dem Felde uffgeschlagen, und wissen mit ihrer Kampfeskraft das ein oder ander Weib zu begeistern und in ihren Bann zu ziehen, wenn sie in ihrem Schweiße die Schwerter kreuzen.
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Das sullt Ihr am 31. des Maien sehen
11.00 Das Signum
11.30 Die feierliche Markteröffnung
12.00 Spectaculatius
12.30 Puppentheater Fadenreych
12.45 Basseltan
13.30 Ludmillus, der Barde
13.45 Kinderritterturnier
15.00 Tanz der Marktleut
15.45 Bergische Ritterschaft
16.00 Puppentheater Fadenreych
16.15 Spectaculatius
17.00 Jacob geteert und gefedert
17.30 Ludmillus, der Barde
17.30 Kinderritterturnier
18.00 Bergische Ritterschaft
19.00 Wettstreit der Spielleut
20.45 Der Pestumzug
21.00 Der Markttag endet
auf dem Platz:
Ludmillus, der Barde
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Dies sullt Ihr sehen am Tage des Herrn,
den 1. des Juno:
11.00 Das Signum
11.15 Die feierliche Markteröffnung
11.45 Basseltan
12.30 Puppentheater Fadenreych
12.45 Spectaculatius
13.30 Kinderritterturnier
14.00 Ludmillus, der Barde
14.30 Basseltan
15.00 Tanz der Marktleut
15.30 Puppentheater Fadenreych
15.45 Bergische Ritterschaft
16.15 Ludmillus, der Barde
16.30 Kinderritterturnier
17.00 Wettstreit der Spieleut
17.30 Spectaculatius
18.00 Tavernenspektakel
19.00 Ein Fanfarensignum
beendet den Tag
auf dem Platz.
Ludmillus, der Barde
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Da
das Mittelalterliche Lager der Spiel- und Handwerksleut durch viele
spontane Aktionen lebt, kann es bei diesem Programm zu einzelnen,
zeitlichen Verschiebungen kommen.
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