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Der
Gutsherr von Gut Engelshof hat ausgerufen, Markt zu halten über
zween der Tage.
So haben der Handwerksbursch, der Meister gar selbst, viel Hökerer
von nah und fern, den Ochsen angespannt, die Karren mit trefflichster
Ware beladen, so dass manch einer von der Last schwer zu tragen
unter dieser zusammenzubrechen drohte, und doch hat ein jeder das
Ziel erreicht, um nun, unter fröhlichen Gelächter seine
Waren feilzubieten.
Garbräter und Tavernenwirte,
der Weynschenk, Fladenbrotbäcker und der Moccakoch buhlen um
die Gunst des Volkes, welches sich ob der vielen Versuchungen und
der leckeren Gerüche, die über dem Platz liegen, nicht
zu entscheiden vermögen, welche der vielen Spezeryen doch die
Beste sey.
Allerlei Spielleut ziehen auf Gut
Engelshof ein. Von der Bühnenmitten rufen die Gaukler, deren
Späße mal grob und dann wieder fein dargeboten, das Zwechfell
wohl hüpfen lässt, und bei manch einem bleibt auch vor
lauter Freud das Aug nit trocken. Sackpfeifen und Trummeln erschallen
laut und kräftig, und schon wenig später umschmeichelt
leiblicher Gesang eure Ohren, wenn jene Musici uffspielen, die weit
übers Land bekannt.
Doch auch eine alte Familienfehde
soll an diesen beiden Tagen begraben werden. Jacob und sein Bruder
liegen sich seit Jahren in den Haaren, der Streitpunkt ist die Krone
des Spielmannskönigs. In einem Wettkampf wird der neue oder
alte Spielmannskönig ermittelt.
Aus dem Badischen hat sich ein Haufen von Rittersleuten dem Gutsherrn
angeboten, um für die Sicherheit des Gutes zu sorgen. Mehrere
Zelte, Waffenständer und Tische und Bänke füllen
den Lagerplatz und des Tags stehen sie den Kindern Red und Antwort
und manch ein Kettenhemd wird übergeworfen und ein Schwert
wird unter strenger Aufsicht in Kindshänden gehalten. Die Weiber
der Rittersleut kochen auf offener Feuerstelle und sorgen sich um
das leiblich Wohl, damit es den Rittersleuten nit an Kraft fehlt,
wenn sie sich einander im Kampf mit Blankwaffen gegenüber stehn.
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Die sullen euch kurtzweylen: |
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Spectaculatius
Aus dem direkten Umland hierher geeilet sind die vier Mannen. Wenn
sie nit auf der Bühne stehen und mit Feuer und Eifer ihre Instrumente
traktieren, findet man sie an der Taverne, um einen köstlich
Gerstensaft zu verstürzen. Doch schon wenig später spielen
jene auf zum Tanze und manch einer aus dem Volke möcht nit
stillstehen, sondern das Tanzbein schwingen bei so trefflicher Musica.
M´arc en ciel, der Gaukler
Eine Mischung aus Gaukelei, Zauberei und Jonglage wird euch hier
vor Augen geführt, wie ihr sie noch nit gesehen habt. Jedwede
Gegenstände scheinen der Schwerkraft zu trotzen und auch das
Feuer weiß er zu bändigen, wie kein anderer.
Die Badischen Schwertspieler
Der Magistrat der Stadt hat jene unter Sold genommen, damit jedwedes
Aufkommen von bös Händel im Keime will erstickt sein.
Immer wieder zeigen die wackeren Mannsbilder, wie mit dem Schwerte
umzugehen sey und was denen wohl blühen mag, die trunken vom
süßlichen Met nit nur mit dem Maule streiten, sondern
die Fäuste fliegen lassen.
Puppentheater Fadenreych
Auf ein Fanfarensignum hin wird es still auf dem Platz. Keine Kinderstimmen
sind mehr zu hören, wenn Jakob zum Puppenspiel ruft. Gebannt
verfolgen all die Zuschauer das Geschehen und manch einen hält
es nit auf den Bänken, möcht er doch Parzival, dem Helden,
und dem Drachen Agip bei der Suche nach dem Drachenfeuer mit Rat
und Tat zur Seite stehen.
Ludmillus, der Barde
Ob an der Bühne, im Sitzzelt des orientalischen Moccahändlers
oder an der Taverne Ludmillus zieht mit seinem Gesang und den Klängen
seiner Laute das Gehör des Volkes auf sich und wenn er die
Frouwen auf dem Platze mit seiner Minne bezaubert, möcht die
ein oder andre ihren Recken wohl gegen ihn eintauschen .
Populus Ex Wanda
Das Gefolge aus Colonia, Ritter nebst ihren Frouwen und den Kindlein,
hat ihr Lager auf den Wiesen uffgeschlagen. Sie üben sich den
Tag über im Schwertkampf und verbessern ihre Treffsicherheit
beim Bogenschiessen. Doch auch das gemeine Volk darf sich an der
Bogenbahn gegen einen kleinen Obulus miteinander messen. Des Nächtens
hört man sie noch lang bei einem mit Met gefüllten Trinkhorn
am Feuer von Heldentaten und Weibergeschichten erzählen.
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Das sullt Ihr am Samstage sehen,
den 23. des August:
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| 11.00
Das Signum
11.30 Die feierliche Markteröffnung
12.00 Spectaculatius
12.45 Fadenreych an der Puppenbühne
13.30 M´arc en ciel, der Gaukler
14.00 Ritterkampf
14.30 Ludmillus, der Barde
15.00 Puppentheater Fadenreych
15.30 M´arc en ciel
16.00 Tanz der Marktleut
16.30 Ludmillus, der Barde
17.00 Jacob geteert und gefedert
17.30 M´arc en ciel
18.00 Spectaculatius
18.45 Waffengang der Ritter
19.15 Wettkampf zwischen
Jacob und seinem Bruder
20.15 Tavernenspektakel der Spielleut
21.00 Der Ruf der Nachtwächter
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auf
dem Platz
Ludmillus, der Barde |
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Dies sullt Ihr am Tage des Herrn sehen, den 24. des August:
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11.00 Das Signum
11.15 Die feierliche Markteröffnung
12.00 Spectaculatius
12.30 Fadenreych an der Puppenbühne
13.00 M´arc en ciel, der Gaukler
13.30 Ritterkampf
14.00 Ludmillus, der Barde
14.30 Puppentheater Fadenreych
15.00 Spectaculatius
15.30 M´arc en ciel, der Gaukler
16.15 Tanz der Marktleut
17.00 Waffengang der Ritter
17.30 Wettkampf der Brüder
18.00 Tavernenspiel
19.00 Ein Signum beendet den Tag
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auf
dem Platz
Ludmillus, der Barde |
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