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Itzt
da der Sommer mit all seinen Freuden das Volk beglückt, hat
der Oberste des Magistrats zu Ibbenbüren ausgerufen, Markt
zu halten.
So haben der Handwerksbursch, der Meister gar selbst, viel Hökerer
von nah und fern, den Ochsen angespannt, die Karren mit trefflichster
Ware beladen, so dass manch einer von der Last schwer zu tragen
unter dieser zusammenzubrechen drohte, und doch hat ein jeder das
Ziel erreicht, um nun unter fröhlichen Gelächter seine
Waren feilzubieten.
Garbräter und Tavernenwirte,
der Weynschenk, Fladenbrotbäcker und der Moccakoch buhlen um
die Gunst des Volkes, welches sich ob der vielen Versuchungen und
der leckeren Gerüche, die über dem Platz liegen, nicht
zu entscheiden vermögen, welche der vielen Spezeryen doch die
Beste sey.
Vaganten aus allen Teilen des Landes
haben sich aufgemacht, um mit ihrem Können ein jeden zu begeistern,
der sich an der Bühne wohl einfindet. Mal grob und dann wieder
fein dargeboten, lassen ihre Späße das Zwechfell wohl
hüpfen und bei manch einem bleibt auch vor lauter Freud das
Aug nit trocken. Musici lassen Sackpfeifen und Trummeln laut und
kräftig erschallen und schon wenig später umschmeichelt
lieblicher Gesang des Barden eure Ohren.
Doch auch Recht und Ordnung
sollen nit Schaden nehmen und so hat sich um die Sicherheit der
Stadt zu gewähren, eine Ritterschar auf Anordnung des Magistrats
eingefunden und ihr Lager uffgeschlagen. Um nit aus der Übung
zu kommen, werden sie mehrmalig am Tage mit Blankwaffen gegeneinander
antreten. Auf das der Stärkste, der Mutigste und der Geschickteste
wohl gewinnen und die Gunst der Zuschauer erlangen mag.
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Die sullen euch kurtzweylen: |
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LaMarotte
Weit gereist sind jene vier Spielleut, welche alte Rauf- und Sauflieder
auf Schalmei und Laute euch zur Freud erklingen lassen. Doch auch
alte Melodeien und Tänze aus aller Herren Länder verstehen
sie mal leis und besinnlich, mal laut und rasend, euch zu Gehör
zu bringen.
Radugas
Jarimo, der Zauberer und Janko, der Gaukler und Jongleur lassen
allerlei Gegenstände schweben, verschwinden und vielfältig
Gerätschaften durch die Lüfte fliegen. Das Publikum, gleich
ob alt oder jung, wird immer wieder in die lustigen Nummern einbezogen
und manch ein Gelächter und viel Handgeklapper belohnt sie
für ihren Einsatz. Wenn jene Radugas jedoch mit dem Feuer spielen,
sieht man in den Gesichtern großes Erstaunen und helle Begeisterung.
Puppentheater Fadenreych
Auf ein Fanfarensignum hin wird es still auf dem Platz. Keine Kinderstimmen
sind mehr zu hören, wenn Jakob zum Puppenspiel ruft. Gebannt
verfolgen all die Zuschauer das Geschehen und manch einen hält
es nit auf den Bänken, möcht er doch Parzival, den Helden
beim Kampfe gegen Ungeheuer, mit Rat und Tat zur Seite stehen.
Ludmillus, der Barde
Der dunkle Ton des Muschelhorns ruft das Volk zur Bühnenmitte.
Ludmillus erzählt und singt von den Erlebnissen als reisender
Barde. Später an der Taverne gibt er so manch ein derbes Lied
zum Besten und im Sitzzelt am Orientalenstand trägt er den
schönsten Frowen die Minne an.
Die Badischen Schwertspieler
Der Magistrat der Stadt hat jene unter Sold genommen, damit jedwedes
Aufkommen von bös Händel im Keime will erstickt sein.
Immer wieder zeigen die wackeren Mannsbilder, wie mit dem Schwerte
umzugehen sey und was denen wohl blühen mag, die trunken vom
süßlichen Met nit nur mit dem Maule streiten, sondern
die Fäuste fliegen lassen. In ihrem Lager kann der Zuschauer
sehen, wie die alltäglichen Dinge erledigt werden, sei es kochen
an der offenen Feuerstell oder auch das Herstellen von Kettenhemden
und so manch ein Kindelein wird am eigen Leib erfahren, wie schwer
es sey ein Kettenhemd zu tragen.
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Das
sullt Ihr am Samstage sehen,
den 9. des August:
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11.00
Die feierliche Markteröffnung
11.45 La Marotte
12.45 Fadenreych an der Puppenbühne
13.30 Raduga, die Gaukler
14.00 Ritterkampf
14.30 Ludmillus, der Barde
15.00 Puppentheater Fadenreych
15.30 Raduga
16.15 Tanz der Marktleut
16.45 Ludmillus, der Barde
17.15 Raduga
18.00 La Marotte
18.45 Waffengang der Ritter
19.30 Tavernenspektakel der Spielleut
21.00 Der Ruf der Nachtwächter
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auf
dem Platz
Ludmillus, der Barde |
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Dies
sullt Ihr am Tage des Herrn sehen,
den 10. des August:
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| 11.00 Das Signum
11.15 Die feierliche Markteröffnung
12.00 La Marotte
12.30 Fadenreych an der Puppenbühne
13.00 Raduga, die Gaukler
13.30 Ritterkampf
14.00 Ludmillus, der Barde
14.30 Puppentheater Fadenreych
15.00 La Marotte
15.30 Raduga
16.15 Tanz der Marktleut
17.00 Waffengang der Ritter
17.30 Ludmillus, der Barde
18.00 Tavernenspiel
19.00 Endsignum
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auf
dem Platz
Ludmillus, der Barde |
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