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Porta
vitae
Schon von weitem seht Ihr das Zeltlager. Bunte Wimpel flattern dort
im Wind wo sich die Ritterschaft eingefunden. Hier sullt Ihr sehen
was wahre Ritterlichkeit bedeutet. Doch weit mehr als das. Denn
man übt sich nit nur selbst im Waffengang, hier könnt
Ihr und selbst Eure Kindlein, kundig geleitet, das Schwert führen.
So mögt Ihr am eignen Leib das Kriegshandwerk erfahren.
Die Obrigkeit nebst Handlanger
Wo alle nur nach der Festtagsfreude streben haben sich Herold und
Vogt allein der Ordo verschrieben.Doch Mahnung und Verlautbarung
mögen noch so strenge sein, wo der Büttel fidel waltet
bleibt jede Drohung stumpf wie sein Schwert.
Der Henker
Nit umsonst der grause Rüdiger genannt errichtet er das Blutgerüst.
Nimmer wird er müde jedwedem seine Instrumentarien zu erklären,
doch fürchten muss ihn nur der, der Schuld auf sich geladen.
Fabula
Als hätten heidnisch Zeiten frohe Urständ ist’s
wenn sie das Podium erstürmen. Da wird ungestüme Manneskraft
zu ebensolcher Melodey. Wenn Trummeln dröhnen und Sackpfeifen
schrillen da fliegen ihnen der Weiber Herzen zu und selbst manch
alter Fuß mausert sich zum Tanzbein.
Braagas
All die Schönheit der Evastöchter und die Zier des vermeintlich
schwachen Geschlechts scheint auf sie vereint. Festlich geputzt
mit Sammet , Seide und funkelnd Diadem. Doch wahrhaft höfisch
mutet es an, wenn sie zu Psalter und Schalmeien greifen. Wenn dann
ihr Gesang ertönt ist’s als hörtet Ihr der Engel
Chor.
Benjamin smalls
Bescheidenheit zeichnet den wahren Meister aus. Denn was er vollbringt
lässt Euch das Maul vor Staunen offen stehen. Jedwedes Ding
verliert in seinen Händen die Schwerkraft und was Euch wie
Spiel erscheint ist tausender Mühen Lohn.
Lupus der Gaukler
Nie zuvor ward er hier gesehen und in Geschicklichkeit steht er
dem Kollega in nichts nach. Doch habt Acht auf Eure sunst so sittsam
Töchterlin, denn wo er waltet vermag keine ihm zu widerstehen.
Puppentheatro Pulcinella
Allzulang vermisst war sie in Eurem Gnadenstädtlein und mit
Ihr Floritzel der erschröcklich und doch possierlich Drache,
die Kürbiskobolde und noch so manche mehr. Wenn sie beim Puppentheatro
Euch ihre Geschichten erleben lassen, dann ist’s als öffne
sich ein Tor zu andren Welten.
Das Kegelspiel
Wo das Kegelspiel zum Minimundus wird, da obwaltet Mollinarius.
Nit nur Kegel sind’s die es gilt zu treffen, nein König
Bauer Edlemann stellen sich Euch hier entgegen. Mag man noch so
ungeübt sein, der geduldig Lehrmeister, weiß Euch und
insbesunder Eure Kindelein zu wahren Könnern zu machen und
niemand zieht hier ohne Preis von dannen.
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Dies
seht ihr am Tage vor den Vingsten
11. 00 Das Signum
ertönt
Weithin schallt das Horn. Euch zum Zeichen, dass jedweder nun die
Schranken auftun soll.
11. 30 Braagas
Mit zarten Melodeyen eröffnen sie den Festtagsreigen.
12. 30 Lupus
So schnell vermögt Ihr nit zu schauen, wie er Keulen und der
Gleichen mehr durch die Lüfte wirbeln lässt.
13. 15 Fabula
Wo vordem Frau Musica ihre zarten Töchter tirilieren ließ,
lehren Euch itzt ihre ungestümen Söhne das Hören
neu.
14. 00 Die feierliche
Markteröffnung
Itzt sullt Ihr wahrlich Festtag haben, denn niemand geringeres als
Euer eygen Obrigkeit lässt sich herab, augenscheinlich erhöht,
ihren Glanz auf Euch scheinen zu lassen, denn man lässt es
sich nimmer nehmen den Markt höchst selbst zu eröffnen.
14. 45 Das Turney
der Kindelein
Wo eben noch der Obrigkeit Sonne schien will man itzt in eben jenem
Sinn die Kindelein in wahrer Ritterlichkeit unterweisen.
15. 30 Fabula
Wie eine Mär aus uralter Zit ist’s, wenn sie Dudelsack
und Trummel dröhnen lassen.
16. 15 Der Tanz der
Marktleut
Meister Hämmerlin der Schmied wird nun zum jauchzenden Bachanten,
kann er sich doch unter den Augen seines strengen Weibes mit andern
Evastöchtern im frohen Reigen drehen.
17. 00 Braagas
Mögen sie noch so zart erscheinen, man gönnt ihnen weder
Rast noch Ruh. Kaum ist der Tanz vorüber spielen sie Euch wieder
auf.
17. 45 Benjamin smalls
Wahre Meisterschaft, die Euch das Staunen lehrt.
18. 30 Fabula
Der Abend wirft seine Schatten itzt voraus, denn wo die nächtlich
Sünden dräuen sind sie nit fern.
19. 15 Der Totentanz
„Herr lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen!“
Im Angesicht des Todes ist jedweder gleich. Ob Kaiser oder Bettlerin,
des Schnitters Urteilsspruch gilt allen:. “Ob Groß ob
Klein getanzt muss sein !“ Wie’s alte Sitt führt
man Euch des Menschen Endlichkeit vor Augen.
20. 00 Lupus
Werft ab die dunklen Gedanken, denn er lehrt Euch die gute Grille
neu.
20. 45 Das Spiel bei
der Tavern
Der Tag will sich zum Abend neigen, da treffen sich die Spielleut
zum Trunk. Nun aber sticht sie all der Hafer und einer will des
Andern Meister sein. Ihr aber seht ein furios Spektakel.
21. 45 Morbus Pestis
Als wöllt der Herrgott selbst, die Regul setzen schickt er
itzt den schwarzen Schnitter. Da hat das Jauchzen, Trummelrühren
und Possenreißen ein jähes End. Wo der Pesthauch durch
die Gassen zieht hilft nur noch Bußfertigkeit und innere Einkehr.
22. 00 Der Ruf der
Nachtwächter
Wie des Tages Beginn ist auch sein Beschluss. Weithin schallt das
Horn. Itzund hat selbst der Meister Fleiß ein End.
Dies seht Ihr bei den Muselmanen
13. 30 Benjamin smalls
14. 30 Porta vitae
Der erste Waffengang
15. 30 Benjamin smalls
16. 30 Fabula
17. 30 Lupus
18. 30 Des Henkers Meisterstück
Dort beim Blutgerüst sullt Ihr nun wahrlich graus Ding sehen.
Heißt es doch: „Nur das Werk soll seinen Meister loben“,
doch des Henkers Meisterstück war vor noch nit langer Zeit
eine Diebes schönste Zier.
19. 30 Braagas
20. 30 Porta vitae
Der zweite Waffengang
Dies seht Ihr im Hof der Handwerkskammer
13.00, 15.00, 17. 00 Das Puppentheatro Pulcinella
16. 00, 17.30 Das Kegelspiel
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Dies
seht Ihr an Trinitatis
11.00. Die feierliche
Markteröffnung
Selbst des Festtags Freude muss sich nach der Ordo richten. So kündet
der Herold würdevoll wie jedweder sich zu halten hat.
12. 00 Lupus
Wo seine Keulen zum Szepter werden herrscht ein ander Ordo.
12. 45 Braagas
Strahlend schön sind nit nur ihre Melodeyen.
13. 30 Benjamin smalls
Wahre Meisterschaft hat Marktschreyereyen nit von Nöten.
14. 00 Der Tanz der
Marktleut
Mag sich der Vogt noch so sehr sträuben die Festagsfreude bricht
sich Bahn, und froh dreht man sich im Reigen
14. 45 Das Turney der Kindlein
Wo der vergesslich Büttel selbst zum täppisch Ringelgalgen
wird, fällt es der Obrigkeit schwer höfisch, höflich
zu verbleiben.Gilt es doch den Kindlein wahre Ritterlichkeit zu
lehren.
15. 30 Fabula
Wo sie uffspielen kehrt sich das Unterste zu Oberst.
16. 15 Lupus
Wo er mit feurigen Fackeln jongliert, stehn auch der Weiber Herzen
leichtiglich in Flammen.
17. 00 Braagas
Nun fällt’s den Mannspersonä schwer Amors Pfeilen
auszuweichen.
17. 45 Benjamin smalls
Da wird euch das Maul vor Staunen offen stehen, wenn jedwedes Ding
dank seiner Kunstfertigkeit zu schweben scheint.
18. 30 Fabula
Wo ihre Dudelsäcke dröhnen wird manch sittsam Bürgersmaid
zur wilden Evastochter.
19. 15 Der Totentanz
Ein ander Reigen dreht sich nun, wo der schwarze Schnitter den Taktstock
führt.
20. 00 Lupus
Alfanzerey und Possenspiel.
20. 45 Der grandiose
Gaukelgipfel
Wo all Vaganten zusammen stehen, Euch mit den besten ihrer Stücklein
zu umgarnen, Feuersäulen in die Lüfte steigen, und man
nit nur den Weibern die Köpf verdreht, seht Ihr ein Spektakel
ohne Gleichen.
21. 45 Morbus Pestis
Eben schlug noch die Lebensfreude hohe Wogen, da bricht sich itzt
das Grauen Bahn. Eingehüllt in Weihrauchschwaden ziehen Doctores
und Schinder über den Plan. „Gebt Eure Toten heraus!“
so hallt der schauerliche Ruf. Wo Menschen nimmer helfen können,
da mag Gott allein der Retter sein.
22. 00 Der Ruf der
Nachtwächter
Als wär es itzund noch von Nöten erschallt der Wächter
Ruf. Schleunt Euch die heimisch Kemenaten ufzusuchen.
Dies
seht Ihr bei den Muselmanen
13. 30 Fabula
14. 30 Porta vitae
Der erste Waffengang
15. 30 Benjamin smalls
16. 30 Fabula
17. 30 Des Henkers Meisterstück
18. 30 Lupus
19. 30 Braagas
20. 00 Porta vitae
Der zweite Waffengang
Dies seht Ihr im Hof der Handwerkskammer
13. 00, 15. 00, 17. 00 Das Puppentheatro Pulcinella
14. 00, 16.00, 18. 00 Des Büttels Kegelspiel
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